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1. Platz: Italien alla Mamma


Presse: A Casa di Tomilaia

Ein Arkadengang führt zum Restaurant mit angeschlossener Bar. Das Lokal wirkt ländlich gemütlich und gleichzeitig modern. Eine Glasfront gibt den Blick zur Küche frei. Durch das Lokal zieht sich eine lange Theke, darum beleuchtete Flaschenregale und blanke Holztische mit rustikalen Stoffservietten. Toskanische Küche ist etwas für Puristen, Weinfreunde und Fleischliebhaber. Von zwei kulinarischen Grundsäulen - Brot und Olivenöl - überzeugen wir uns gleich. Das Maisbrot ist frisch, duftig und animiert zum Schmausen, ebenso das hauseigene Olivenöl. Dazu gefällt der vom aufmerksamen Service empfohlene „Sparkling Mama“ extra brut, eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon vom hauseigenen Weingut Father’s Pride (0,11/7 €). Die Mittagsempfehlung enthält heute zusätzlich zu den À-la-carte- Angeboten ein Lachsgericht sowie Kaninchen auf Spargel-Risotto (29 €) - Letzteres soll es sein. Dazu die Carbonara „Vera“ (9,50 €) mit zweierlei Pancetta, Ei, Pfeffer und Salbei - eine eigenwillige Interpretation der Köhlerart. Zu allen Mittagsgerichten gehören Suppe oder Salat. Saisongemäß gibt es aromatische Spargelcreme mit Pesto und Croûtons, ansonsten leider ohne Einlage. Der Salat ist frisch und knackig, das Dressing profitiert vom guten Öl. Das Kaninchen kommt gebacken und geschmort. Das Fleisch ist ausgesprochen zart, saftig und bestens abgeschmeckt, das perfekt schlotzige Risotto dazu ebenfalls mustergültig. Untoskanisch überladen ist allerdings die Kombination mit kräftigem Jus, der dem zarten Frühlingsgemüse die Schau stiehlt und einen unausgewogenen Eindruck hinterlässt. Da vor allem eigene Weine ausgeschenkt werden, bleiben wir bei den „Müttern“: Zum Fleisch passt „Mama Rose“ (0,11/5,80 €), wieder mit Merlot und Cabernet Sauvignon, also eine Stillweinvariante des Aperitifs. Etwas fülliger ist „White Mama“ (0,1 1/5,80 €), ein puristischer Chardonnay, der es bestens mit der üppigen Carbonara aufnimmt. Die Portionsgrößen machen Hungrige wahrscheinlich nicht komplett satt. Wir hatten aber reichlich Brot und bleiben zum Dessert beim Wein. „Rosso Nero“ mit Sangiovese- und Ancellotta-Trauben (0,11/4,20 €) bietet üppigen Genuss. Übrigens: Wer ein wenig Toskana mit heim nehmen mag, der kann Weine, Spirituosen und Öle hier auch kaufen.

Journal Frankfurt

Gabriele Moog

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